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Rezensionen

Jon Batiste

Jon Batiste

Universal Music

Black Mozart (Batiste Piano Series Vol. 2)

So einflussreich die Hochphase der klassischen Musik bis heute ist, so weiß ist sie doch viel zu oft in ihrer äußeren Repräsentation geblieben. Höchste Zeit also, das zu ändern – dachte sich wohl auch Jon Batiste, der sein neues Album nicht ganz zufällig »Black Mozart« getauft hat. Der US-amerikanische Pianist setzt damit seine preisgekrönte »Batiste Piano Series« fort, die zuletzt vor zwei Jahren mit »Beethoven Blues« ein großes mediales Echo hervorgerufen hat. Nun könnte man getrost einwenden, dass es Beethoven- und Mozart-Interpretationen wie Sand am Meer und Swifties in den sozialen Medien gibt. Und in der Tat könnte man das Gros der darauf versammelten Melodien von »Alla Turc« bis »Gospel Andante« potenziell von einschlägigen »Klassik für Kinder«-Compilations kennen. Interessant sind daher vielmehr die musikalischen Zwischenräume, die Batiste wie bereits auf seinem Vorgänger mit großem Mut zur (unbedingt notwendigen!) Majestätsbeleidigung neu belebt. So wimmelt es von Blue Notes und kleinen dissonanten Spannungen, die sich aber zumeist nach kurzer Zeit wieder im harmonischen Wohlgefallen auflösen. Zwar besticht die Platte an vielen Stellen mit einem im oft doch eher steifen Klassikkosmos nur selten zu hörenden spielerischen Feingefühl. Doch eins mit Langzeitwirkung, wie Batiste es etwa mit seinem hochgelobten Album »We are« (2021) bereits kreiert hat, wird »Black Mozart« eher nicht werden. Wer nun aber im Jahr 2026 unbedingt das Gefühl haben sollte, Mozart entdecken zu wollen, der sollte am besten mit dieser Platte anfangen. Luca Glenzer

Papperlapapp

Papperlapapp

Self-released

Live at Aquarium

Lautgedichte formt sie, bringt die Melodie, die Silben und Worten innewohnt, zum Klingen. Die Leipziger Sängerin Nora Benamara reiht dadaistische Versatzstücke aneinander, die um die geräuschvollen, zumeist dunklen Synthesizer-Impulse irrlichtern. Was für eine eindrucksvolle Onomatopoesie, ein starkes Stück! Dieser zweite Song ohne Namen, der gemeinsamen Improvisation der Leipziger Sängerin mit dem Klangkünstler Leon Goltermann zeigt, wie die beiden ihre vermeintlichen Gegensätze gegeneinander ausspielen: Der organische, leibliche Gesang, Helligkeit und Verletzlichkeit, stehen den brachialen, elektronischen Maschinensounds, Dunkelheit und Unumstößlichkeit nicht gegenüber – vielmehr schaffen sich die beiden ihre eigene Klangkulisse, deren Aufbau durch die Echtzeitmusik hörbar wird. Der Einstieg klingt noch fragil, doch bereits mit der dritten Improvisation sind die beiden umtriebig, man bekommt den Eindruck, als würden sie einen gemeinsamen Film imaginieren, den sie mit Geräuschen konturieren, mit Melodiefragmenten vorantreiben und mit ihrer Präsenz ausmalen. Wie der Albumtitel schon vorgibt, lauschen wir dem Konzert des Duos Papperlapapp im Leipziger Osten im Herbst 2025. Darauf ist übrigens auch die mitreißende Wirkung gebannt, die hier als kleine Zusammenfassung noch erwähnt sei: Am Ende der Stücke träumt das Publikum die Songs noch einige Augenblicke weiter, bis schließlich der lautstarke Applaus einsetzt. Claudia Helmert

Warning

Warning

Relapse Records

Rituals of Shame

Wer dachte, Boards of Canada würden sich 2026 mit ihrem neuen Album »Inferno« (s. kreuzer 7/2026) und den 13 Jahren, die seit dem Vorgänger vergangen sind, den Preis für die längste Zeit zwischen zwei Alben sichern, wird hiermit enttäuscht: Warning legen noch mal ganze sieben Jahre drauf und kehren nach ihrem herzzerreißenden Doom-Metal-Meilenstein »Watching from a Distance« mit »Rituals of Shame« zurück. Wer sich nicht bereits nach den ersten paar Akkorden des Titelstücks sicher ist, dass hier eine Warning-Platte läuft, weiß es spätestens, wenn der unverkennbar melodische und emotional gewichtige Gesang von Band- leader Patrick Walker einsetzt. »Rituals of Shame« könnte fast in derselben Session wie »Watching from a Distance« aufgenommen worden sein, so stark ist die klangliche Identität des Projektes, wäre da nicht eine deutliche Unterscheidung im Mixing festzustellen. Der Sound der neuen Platte ist wärmer und runder, büßt dadurch aber im direkten Vergleich mit dem kälteren und verhallten Vorgänger, ein wenig an Mystik und Charakter ein. Auch musikalisch wagen Warning vorsichtige Neuerungen: Die Arrangements fallen etwa auf dem Titeltrack und »Teacher« verspielter und weniger uniform aus als bisher. Auf der anderen Seite fallen die rohe Emotionalität von Walkers Stimme und den Texten aber auch hin und wieder seinem neu gefundenen Hang zu ausufernd verschlungenen Gesangsmelodien zum Opfer. »Rituals of Shame« ist trotzdem ein nahezu makelloser Nachfolger, der das Pech hat, mit einem perfekten Meilenstein verglichen zu werden. Jakob Semmer

Ed O’Brien

Ed O’Brien

Transgressive Records

Blue Morpho

Natürlich muss hier der Name Radiohead fallen. Schließlich ist die Band aus Oxford absolut einzigartig in der Musikindustrie, veröffentlicht nur noch einmal pro Dekade ein neues Album, ohne sich um Erwartungen zu scheren, und existiert so weitgehend krisenfrei in gleicher Besetzung seit mehr als dreißig Jahren. Der kommerzielle und künstlerische Erfolg bringt aber auch einen gewissen Druck mit sich. Der Kahn ist schwerfällig geworden. Thom Yorke und Johnny Greenwood haben sich davon bereits solo und in ihrem Seitenprojekt The Smile freigespielt. Nun legt Gitarrist Ed O’Brien den Nachfolger zu »Earth« vor. Auf seinem 2020er Solo-Debüt probierte er noch recht frei diverse Stile aus und ließ dabei einen roten Faden vermissen. Das ist jetzt anders. »Blue Morpho« ist ein kohärenter Trip ins Unterbewusstsein. Der Titel beschreibt die Phase der Entstehung. O’Brien verarbeitet mit dieser Musik eine langwierige Depression. Die Musik, die in seinem Haus in Wales entstand, eröffnete ihm einen Ausweg. Die sieben Stücke klingen dennoch alles andere als dunkel und deprimierend. Vielmehr schimmert immer die Hoffnung durch die rund 40 Minuten Singer/Songwriter-Pop, mal reduziert mit der Akustikgitarre, mal groß arrangiert mit Orchester, produziert von Paul Epworth (Adele). Ein selbstbewusstes, eigenständiges Werk, das einem auch wieder O’Briens Einfluss auf den Sound seiner Band vor Ohren führt. Lars Tunçay

Julia Holter

Julia Holter

Domino

Materia

Julia Holter hat sich nie für den geradlinigen Popsong interessiert. Stattdessen erschafft die kalifornische Sängerin Klanggebilde, in denen sich Kammermusik, Avantgarde, Jazz und Art Pop zu etwas Eigenständigem verbinden. Mit »Materia« setzt sie diesen Weg fort – allerdings weniger als klassisches neues Kapitel, sondern eher als Reflexion über das Material ihrer jüngeren Arbeiten. »Materia« versteht sich als Schwesterwerk zum Vorgänger »Something in the Room she moves«. Die sieben Tracks kreisen um dieselben Fragen nach Bewegung, Erinnerung und Wahrnehmung, ohne sich dabei zu wiederholen. Schon die Vorabsingle »Fantasy« deutet an, wohin die Reise geht: Schwebende Harmonien treffen auf fragile Rhythmen, Melodien tauchen auf und lösen sich wieder auf, während Holters unverwechselbare Stimme den Kompositionen einen beinahe körperlichen Ausdruck verleiht. Vieles wirkt improvisiert, doch hinter der scheinbaren Schwerelosigkeit steht eine beeindruckende kompositorische Präzision. Vor allem in den offenen Passagen entsteht die Spannung, die Julia Holters Musik seit Jahren auszeichnet. »Materia« verlangt Aufmerksamkeit und Geduld. Es ist kein Album fürs schnelle Durchspielen, sondern eins, das mit jeder Begegnung neue Details entdecken lässt. Wiederkehrende Motive entfalten ihre Wirkung eher als Erinnerungsfragmente, denn als klassische Leitmelodien. So entsteht ein Werk, das weniger Geschichten erzählt als Räume öffnet – für Assoziationen, Stimmungen und Zwischentöne. Julia Holter bestätigt damit einmal mehr ihren Ruf als eine der eigenständigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Wer bereit ist, sich auf ihre vielschichtigen Klanglandschaften einzulassen, wird belohnt. Kerstin Petermann

Brutalismus 3000

Brutalismus 3000

Columbia Records

Harmony

In einem der dämlichsten musikjournalistischen Artikel des letzten Jahres wurde extra ein Kriminologe engagiert, um sich mit den Texten des Berliner Rave-Pop-Duos Brutalismus 3000 auseinanderzusetzen. Der kam zu dem Schluss, dass die beiden aufgrund ihrer drastischen Sprache und Gewaltdarstellungen zwar »lästig und abstoßend« seien, aber zumindest nicht verboten werden müssten. Na, Gott sei Dank, sonst wäre uns nämlich eines der aktuell interessantesten deutschen Pop-Phänomene verloren gegangen – interessant gerade wegen der Drastik in Sprache und Sound. Mit ihrem übersteigerten Mix aus Hardcore-Techno, Gabber und Punk (quasi Blümchen in dystopisch) traf das Duo einen Nerv, wie man so sagt, und avancierte kurzerhand zu einem der international angesagtesten deutschen Pop-Acts der letzten Jahre. Diese Internationalisierung hört man dem zweiten Album »Harmony« deutlich an. Statt auf Deutsch und Slowakisch wie noch auf dem Debüt »Ultrakunst«, singt Victoria Daldas diesmal vor allem auf Englisch. Auch der Sound löst sich von seinen Berliner-Techno-Bunker-Ursprüngen und wird durch verschiedene Einflüsse wie Metal-Gitarren, Trap-Beats und Hyperpop-Eskapaden erweitert. Ansonsten machen Brutalismus 3000 halt das, was sie gut können: hart eskalieren! Übersteuerte Bässe, hämmernde Kicks, aggressiv verzerrte Vocals – das Ganze ist mal wieder ein Fest für Freundinnen und Freunde überreizten Geballers. Stellenweise hat man es mit der Übertreibung dann aber doch etwas übertrieben. Vor allem die erste Hälfte des Albums ächzt unter der Last der Eskalation und man atmet auf, wenn mit dem Track »Morning is for the Happy« eine dringend nötige Spoken-Word-Verschnaufpause eingelegt wird. Aber gut, das ist Meckern auf hohem Niveau, besser als die meisten anderen deutschen Pop-Exporte (Was gibt’s da? Scorpions, Modern Talking, Rammstein?) ist das Ganze allemal! Yannic Köhler

Scorn

Scorn

Anamnesis +

Anamnesis +

Dunkler kann keine Klanglava glimmen! Scorn, gegründet 1991 von zwei Ex-Mitgliedern der Grindcore-Pioniere Napalm Death und bald nur noch verkörpert vom Blast-Trommelmonster Mick Harris, sind zwar mehrfach für tot erklärt worden und krochen untot zurück aufs Soundschlachtfeld, aber die letzte Verkündung fühlt sich offiziell an. Zeit also, das Erbe angemessen in die Zirkulation zu schieben. »Anamnesis: 1994–97« versammelte 1999 bereits Teile des Frühwerks auf einer CD, darunter die erste Peel-Session und einen Remix der Psycho-Elektroniker Coil. Die nun als 4er-LP auftrumpfende Plus-Version erweitert das beträchtlich, wobei der Zeitstrahl von 1992 bis 2000 gedehnt wird, und bringt auch zwei Stücke, die unter Klarnamen erschienen. Was am grimmigen Charakter nichts ändert: Über finstere Landschaft schaben minimalistische Dub-Konstrukte auf Schwerst-Beats und verbreiten auf Höchstniveau gute schlechte Laune. Dass Harris, der quasi Illbient und Dark Dubstep vorwegnahm, jene auch heute noch zur erschütternden Wirkung bringt, kann zudem mit den aktuellen »Culvert Dub Sessions 7« auf L.I.E.S. Records nachvollzogen werden. Alexander Pehlemann

Jungstötter

Jungstötter

Jungstötter

Jungstötter

Der warme Trommelklang schreitet voran, er wird umschmeichelt von aufblitzenden jungen Stimmen, vom rüstenden Aufatmen der Holzbläser. Sie ebnen den Pfad, den Jungstötters (Fabian Altstötter) tiefes Timbre verfolgt. Und jener bleibt unvorhersehbar, führt bisweilen in dunkle Abgründe, etwa mit dem Song »Tell this Lover«. Die Blasinstrumente (gespielt von Ralph Heidel) hauchen und säuseln Nebelschwaden zwischen die tastenden Melodien. Wie außerweltliche Tränen tropfen die Töne der Harfe (Andy Aquarius) und beschweren die Klanglandschaft zusätzlich. Die Trübsal lichtet sich allmählich, sobald der Rhythmus von »Loud Fingers« aufklart und erst Klavier, dann die Mundharmonika vorleuchtet. Das sind nur einige Eindrücke vom dritten Album »Sustained«, für das der ehemalige Sizarrsänger ein herrlich experimentierfreudiges Ensemble um sich schart. Die eigenwilligen Impulse jener Musikerinnen und Musiker gehen wie selbstverständlich in den Klangwelten Altstötters auf. Besonders schön sind dabei die ungeschliffenen Momente, etwa das Ende, dem wie dem Anfang eine Improvisation innewohnt. Im gemeinsamen Spiel sprengt Jungstötter die vorher schon gedehnten Vorstellungen von Popsongs auf. Zurück bleibt eine umarmende Geräuschkulisse aus anfangs kriechenden und sich allmählich aufbrausenden Pulsen, suchenden Klaviermelodien. Es flirrt, es raunt und rauscht und Altstötters Stimme glüht fortwährend. Claudia Helmert

Weird & Eerie

Weird & Eerie

Folksongs from the www

Folksongs from the www

Folk ist als musikalischer Bezugspunkt ähnlich flüchtig wie Jazz. Glaubt man, ihn auf einen Punkt gebracht zu haben, ist er im nächsten Moment schon wieder in Auflösung begriffen. Doch gerade inmitten dieser begrifflichen Konfusion kann auch ein besonderer Reiz stecken, wie das Debütalbum »Folksongs from the www« von Weird & Eerie unterstreicht. Hinter dem Namen verbirgt sich mit Ja,-Panik-Frontmann Andreas Spechtl, dem Autor und Dramatiker Thomas Köck, der Jazzschlagzeugerin Katharina Ernst sowie der Keyboarderin und Saxofonistin Annea Lounatvori eine so vielversprechende wie zugleich erstaunliche Besetzung. Als erstaunlich erweist sich auch das klangliche Ergebnis des Quartetts, das – wie der an ein Buch des britischen Kulturtheoretikers Mark Fisher angelehnte Projektname bereits andeutet – einigermaßen unheimlich daherkommt. Das hat seinen Grund, setzen sich Weird & Eerie auf dem Werk inhaltlich doch mit den längst verlorenen Potenzialen des Internets auseinander: Was 1998 noch Emanzipation versprach, hat sich nicht erst mit Chat-GPT & Co. ins komplette Gegenteil verkehrt. So erweisen sich die Versprechen von einst als die Gespenster von heute. Dementsprechend schichtet das Quartett hier düstere Synthesizer-Klänge übereinander, die von der vertrackten Rhythmik Katharina Ernsts zusammengehalten werden. Im Zentrum stehen jedoch Spechtls mehr gesprochene als gesungene Lyrics, die keine Geschichten erzählen wollen, sondern in ihrer Wechselseitigkeit lange, mitunter kryptische Assoziationsketten bilden. Wohin sie tragen, ist ungewiss. In einer Welt der vollständigen Berechenbarkeit ein kleiner Hoffnungsschimmer. Luca Glenzer

Fink

Fink

The City is coming to erase it all

The City is coming to erase it all

Fink ist zur Band gereift. Was als Elektro-Soloprojekt von Fin Greenall begann, hat sich vom Blues hin zum Folk entwickelt, den der Brite auf seinem aktuellen Album noch ausufernder im Kollektiv zelebriert. Der Rhythmus-geprägte Sound ist die unverkennbare musikalische Handschrift. Die Worte liegen bluestypisch auf dem Fingerpicking, der Gesang windet sich um den Takt, schwillt auf und ab. Konzeptuell hat die Band sich diesmal am englischen Singer/Songwriter Michael Chapman orientiert, der in den sechziger Jahren in der Cornwall-Folkszene auftauchte und vor allem bei Musikern der Insel bis heute hohes Ansehen genießt. Um seinen Sound zu rekreieren, legte Fink sich eine Maxime auf: Wenn es 1974 nicht existierte, darfst du es nicht benutzen. Der englische Grammy-Preisträger und Musiknerd Sam Okell begleitete den Prozess. Herausgekommen ist ein herrlich analoges Album mit hypnotischem Sound, der sich in den ausufernden acht Stücken frei entfaltet. Das ist alles hochgradig meisterhaft arrangiert und spannend. Eine Verehrung des Albums als Form. Finks neuntes Studioalbum folgt dem vor zwei Jahren erschienenen »Beauty in your Wake«. Der anhaltende Flow kommt vom steten Touren, der Neugier, die Songs auf die Bühne zu bringen und ihnen neues Leben einzuhauchen. Die an Perfektion grenzende Symbiose der Bandmitglieder wird bei ihren Konzerten deutlich. Das kann man im Oktober an zwei besonderen Abenden in Leipzig erleben, mit denen Fink ihre Tour eröffnen. Lars Tunçay

Iceage

Iceage

For Love of Grace & the Hereafter

For Love of Grace & the Hereafter

Aktuell gibt es wohl kaum eine Rockband, die über die Zeit ihres Bestehens einen derartigen musikalischen Wandel hingelegt hat wie Iceage aus Dänemark. Ihr Weg führt von klassischem, brachialem Postpunk auf ihrem 2011er Debüt über einen eigenwilligen Postpunk-Goth-Mix auf »Plowing into the Field of Love« bis hin zu Americana-Rock auf »Seek Shelter« inklusive der Stadion-Hymne »Shelter Song«. Auf der neuen LP ziehen sich Iceage nun wieder ein neues Sound-Gewand an: Ist »The Weak« eher eine schmissige Rock’n’Roll-Nummer, wird auf »Ember«, »Salve for every Sore« und »Lifetime« mit voller Wucht der Indie-Sound der 2000er heraufbeschworen. Die Band weiß, wie man knackige Rocksongs schreibt, und bringt auch auf Album Nummer sechs eine Menge Spielfreude mit. Trotz der Texte, die ernste Themen voller Herz- und Gesellschaftsschmerz verhandeln, klingt die Musik wie schon auf dem Vorgänger »Seek Shelter« insgesamt zuversichtlicher und weniger finster als auf den früheren Alben – mit eingängigen Melodien in den Refrains. Man kann sich bildhaft vorstellen, wie das Publikum verdrossene Hooks wie »Get ready for a Lifetime of Beatings, Child« mitgrölt – da geht eine interessante Schere zwischen schmerzbehafteten Texten und eingängiger musikalischer Untermalung auf. Die Eingängigkeit stellt sich nach dem Hören aber als Pferdefuß heraus: Als Hommage an die Nuller- und Zehnerjahre funktioniert das Album, anders als auf »Seek Shelter« schaffen Iceage es aber nicht, die Hommage abseits der Texte durch ihre Handschrift auf spannende Weise aufzubrechen und zu bereichern. Jakob Semmer

Pretty Average

Pretty Average

The Highs and Lows of Being Pretty Average

The Highs and Lows of Being Pretty Average

Frontfrau Candy, Gitarre in der Hand, singt mit ihrer verhallten Stimme über soziale Ablehnung im Frauendasein hinter ihrer coolen Sport-Sonnenbrille. Die Drums sind schlicht und langsam, mit schön verzerrten Gitarren und repetitiven Akkordfolgen – das reicht aus, um das Publikum zum Record-Release von »The Highs and Lows of Being Pretty Average« in Berlin weich und wach zu kriegen. Der Sound des zwischen Shoegaze und Indie-Rock schwankenden Albums entspricht der Live-Performance der vierköpfigen Band aus Madrid: rau, ohne Ansagen, mal wild, mal traurig, aber vor allem intim und atmosphärisch. Viel davon hat mit den Unmengen an Hall zu tun, mit denen sie ihre Songs überspielen. Nicht nur darin ist dieses Album als Kontrast zu überproduzierter kommerzieller Musik gedacht, sondern auch in der Entscheidung von Pretty Average, es nicht auf allen Musikplattformen kostenlos anzubieten und nur als Kassette mit Download-Code zugänglich zu machen. Online sind lediglich zwei Singles des obskuren Albums zu hören, da die Songs laut Band zu »precious« seien, um sie kostenlos herzugeben. Wer die Band live erleben will, kann das am 21. Mai 2027 (!) im Noch Besser Leben tun. Wer es bis dahin nicht aushält, bekommt hier einen kleinen Vorgeschmack: Das Album besteht aus sechs Songs, die irgendwie an My Bloody Valentine, The Velvet Underground und die Siebziger-Harmonien von The Brian Jonestown Massacre erinnern. Das Rad hat die Band damit nicht neu erfunden – aber es dreht sich trotzdem in ihrem eigenen Pretty-Average-Way. Libia Caballero Bastidas

Widowspeak

Widowspeak

Roses

Roses

Widowspeak gehören nach 16 Jahren Bandgeschichte längst zu den verlässlichen Größen des zeitgenössischen Indie-Folks. Auch auf ihrem neuesten Werk bleiben Molly Hamilton und Robert Earl Thomas ihrem bewährten Stil treu: verträumt, grazil und aus der Ruhe heraus rockend. Wo andere Bands auf (über-)große Gesten setzen, genügen Widowspeak wenige, präzise Akzente. Hamiltons schwelgerischer Gesang, der an Hope Sandoval von Mazzy Star erinnert, und die erdigen Gitarrenlinien von Thomas sind einfach das perfekte Match. Die beiden sind nicht nur musikalisch, sondern auch privat Partner und inzwischen verheiratet. Da heutzutage Indie-Folk die wenigsten Bands vollständig ernährt, arbeitet Thomas im echten Leben als Tischler, Hamilton als Kellnerin in einem Diner. Aufgenommen haben sie die Platte mit ihren Tourmusikern Willy Muse, John Andrews und Noah Bond auf der griechischen Insel Hydra – in der winterlichen und touristenarmen Nebensaison. Die Ruhe und Schönheit der Umgebung fließen direkt in den ohnehin schon entschleunigten Sound ein. Widowspeak sind schon seit ihrem selbstbetitelten Debüt spannend. Seit ihrem fünften Album »Plum« aus dem Jahr 2020 bewegt sich die Band allerdings auf atemberaubend hohem Niveau. Artverwandte wie Yo La Tengo oder Speck Mountain klingen auch auf »Roses« wieder durch. Wir freuen uns auf Nachschlag. Kay Engelhardt

Boards of Canada

Boards of Canada

Inferno

Inferno

Ja, das Wunder ist geschehen: Boards of Canada veröffentlichen nach »Tomorrow’s Harvest« von 2013 erstmals neues eigenes Material. Die treuen und dürstenden Fans können ihr Glück kaum fassen und sehnen »Inferno« als prophetisches Geschenk herbei. Im Netz wird verstorbener Freundinnen, Freunde und Familienmitglieder gedacht, die das neue Album nicht mehr erleben. Menschen, die einzig die Hingabe zur Band verbindet, teilen zutiefst persönliche Geschichten miteinander. Musik als kollektive Erfahrung und Katalysator zum Austausch. Das Miteinander bildet die Antithese zum apokalyptischen Albumtitel und tut der geschundenen 2026er-Seele gut. Und die Musik? Boards of Canada bieten auf »Inferno« 70 Minuten ihres bekannten Stils – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ihre vielschichtigen Drum-Synth-Collagen und die mehr oder minder kryptischen Sprachsamples sind reichlich vorhanden. Gerade die Letzteren sind aber häufig zu ausladend und zu bestimmend für die Songs, wodurch Titel wie »The Word becomes Flesh« oder »Father and Son« bei mehrmaligem Hören an Reiz verlieren. Überraschend ist die Beschaffenheit der Produktion: Sie kommt satter, glatter und digitaler daher, hebt sich dadurch irritierend von der verrauschten analogen Patina der bisherigen Diskografie ab. Eindrückliche Momente schafft das Album vor allem in seinen reduzierten Momenten: am Ende von »Age of Capricorn« etwa oder in »Memory Death«. Das bewegende Miteinander der Fans rund um das Album hallt länger nach als die Musik selbst und macht kurz Hoffnung, dass das Inferno noch etwas auf sich warten lassen möge. Jakob Semmer

American Football

American Football

LP4

LP4

Schon der Opener kündigt an: Das hier wird kein Vergnügen. Das vierte Album der Band aus Illinois, ihr erstes seit sieben langen Jahren, ist kein einfaches Unterfangen. Waren Mike Kinsellas Selbstzweifel in Songs wie »Uncomfortably Numb« vom letzten Album noch mit Ironie versetzt, sind sie hier schmerzhaft offen und direkt ausgesprochen. Selbst sein Gesang, der auf den komplexen Soundstrukturen bislang stets Halt bot, klingt gebrochen. Die Texte kreisen um Sucht, Suizidgedanken, Selbstaufgabe – die zehn Stücke machen keine Gefangenen. »Man overboard«, singt Kinsella und das Schlagzeug von Steve Lamos scheint hinterherzutaumeln. Der Song wirkt, als würde er im nächsten Moment auseinanderfallen. Stattdessen verdichtet sich der Sound zunehmend, um sich dann in einem Gewittersturm zu entladen. »Bad Moons« ist das dunkle Herz des Albums. Eine bittere Selbstabrechnung, die bestenfalls in Katharsis endet. Der Funke Hoffnung glimmt schwach. Die kurzen Zwischenspiele bieten wenig Trost. Wie die Vorgängeralben trägt auch dieses den Namen der Band, ein Name, der stellvertretend für den American Way of Life steht. Insofern ist »LP4« auch eine Bestandsaufnahme. Nach einer – auch pandemiebedingt – längeren Pause nach ihrer 2019er Tour und der Arbeit in verschiedenen Seitenprojekten fand sich das Quartett wieder zusammen, als könnten die Mitglieder nicht ohneeinander. Produziert mit Sonny DiPerri (Diiv, Nothing), entstand ein weiter, offener Sound von erdrückender Dunkelheit. Beängstigend. Gut. Lars Tunçay

Various Artists

Various Artists

Experimentelle Welt 1

Experimentelle Welt 1

»Das Himmelszelt war heruntergetropft, ja, zwischen unsere Hände«, rezitiert Wally Hagelmond zauberhaft. Hinter dem Alias steckt die Billo-Labelbetreiberin Lisa »Liv« von Billerbeck höchstselbst. Und ihr Song »Die abgelegene Straße« reiht sich nur schwer ins Spoken-Word-Genre ein, denn ihre Musik bleibt weitaus interessanter als alle flink aufkeimenden Assoziationen mit jener Rubrik. Hinter Billerbecks Worten baut sich eine einnehmende, zunehmend verspulte Geräuschkulisse auf, die das Rezitierte mit einer zusätzlichen Aura umschwirrt. Ihre Musik ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem jüngst auf ihrem Label veröffentlichten Sampler »Experimentelle Welt 1«. Also flink weiter: Ganz nah an ihrer Klangästhetik sind die Pulse der Wiener Künstlerin Conny Frischauf. Allmählich vervielfacht sich ihre Stimme, stolpert alsbald wohllautend über den Grundschlag mit dem Stück »Warte«. Ganz anders klingt Samuel Kleists schmissiger »Plan 9«. Wie zu Filmmusik aus vergangenen Zeiten lässt sich mit seiner Musik herrlich flanieren – das ist besonders bemerkenswert, da der Weimarer Künstler sonst eher mit Lärm arbeitet. Flau reiben sich dann Atem an Atem, der tiefe Rhythmus hievt die Töne auf und lässt sie wieder fallen. Sind die Hörerinnen und Hörer einmal gebannt, baut Tin Tin Patrone (alias Christina Köhler) rasch dichter und dichter ihre klangvollen Experimentierräume auf. Die »Experimentelle Welt 1« schlägt aufregend, fesselnd und frisch. Der Sampler reiht sich ein in das OEuvre des Berliner Labels Billo, das unter anderem »Bildende Künstler*innen Versuchen Musik Zu Machen« wie auch »Die letzten Ecken« hervorbrachte. Seit nunmehr sieben Jahren stehen die Tonträger für brausende, laute und durch ihre Aufmachung stets hübsch anzusehende Klangwagnisse. Claudia Helmert

Kevin Morby

Kevin Morby

Little wide open

Little wide open

Kevin Morby lebt seit 2017 mit seiner Partnerin und versierten Musikerin Katie Crutchfield alias Waxahatchee in Kansas City und genießt die relative Ruhe im Vergleich zu seinem vorherigen Lebensmittelpunkt Los Angeles. Eine der ersten LPs, die er sich als Teenager kaufte und ausgiebig hörte, war »American Water« von den Silver Jews. Deren Mastermind, der leider viel zu früh verstorbene David Berman, ist nach wie vor ein Idol Morbys. Die Parallelen sind unverkennbar: Beide Songwriter liefern zahlreiche Zitate zum Einrahmen und haben eine prägnante Stimme sowie eine markante Ansprache in ihren Liedern. Auch die 13 Songs auf Morbys achtem Studioalbum haben – wie gewohnt – eine hohe Sogwirkung. Er mischt galant Country, Folk, Americana und Indie-Pop. Und schielt strukturell immer ein wenig Richtung Gospel, allerdings ohne die religiöse Komponente. Aaron Dessner von The National hat sich freiwillig für die Produktion angeboten und auch gleich musikalisch mitgewirkt. Das ist durchaus bemerkenswert, da dieser bereits Popgrößen wie Taylor Swift und Ed Sheeran produzierte und nicht gerade wenig Anfragen hat. Morby schreckt, wie schon auf den letzten Alben, nicht vor gelegentlicher Theatralik in den Höhepunkten zurück, was seiner Musik aber steht und sicher auch mit Dessners Einfluss zusammenhängt. Dessen Produktion lässt viel Luft, so dass sich Morbys wunderbare Stimme entfalten kann. Die ebenfalls bekannten Helden Morbys, Bob Dylan und Lou Reed, klingen auch auf »Little wide open« angenehm durch. Neuerdings fühlt man sich auch hier und da an Tom Petty erinnert. Kay Engelhardt

Get Well Soon

Get Well Soon

Minus the Magic

Minus the Magic

Get Well Soon, das Alias von Songwriter Konstantin Gropper, ist in Deutschland seit mittlerweile zwanzig Jahren eine feste Größe im Bereich der verschrobenen Popmusik jenseits des Mainstreams. Die Synthesizer-Ästhetik des Vorgängers »Amen« tauscht Gropper auf »Minus the Magic« gegen geradlinigen Rock mit »klassischer« Bandbesetzung. Der live im Studio eingespielte, druckvolle Sound kommt mit wenigen Spielereien aus und hebt sich dadurch von den sperrigeren Einträgen in der Get-Well-Soon-Diskografie ab. Inspiriert ist der Sound laut Gropper von den Bands seiner Jugend – wie Nirvana oder Sonic Youth. Dass Get Well Soon kein zerrendes Feedback-Gewitter loslässt, ist nicht überraschend, aber die Songs treiben zäh in gemäßigtem Tempo vor sich hin und »OK« oder »There’s Waldo« könnten etwas zu leicht als Untermalung beim Fußball-Public-Viewing durchgehen. Leider wird der Titel des Albums dadurch zur selbsterfüllenden Prophezeiung – die Anlehnung an die Vorbilder der Jugend ist erkennbar, aber die Magie, das gewisse Etwas, fehlt. Positiv sticht »When they cheer you’re wrong« mit seiner ruppigen, düsteren Post-Punk-Ästhetik heraus, die wun- derbar zu Groppers Stimme passt. Das in »Here’s some Feedback« angedeutete Gitarren-Feedback fällt zwar überraschend sanft aus, bietet aber einen stimmungsvollen und willkommenen Kontrast zum stampfenden Sound des restlichen Albums. Mehr Mut zum Experiment hätte Groppers Rock-Platte gutgetan. Der stilsichere Schunkel-Rausschmeißer »That’s not me« beweist zuletzt noch mal, dass Groppers musikalische Stärken in anderen Gefilden liegen. Jakob Semmer

Brockhoff

Brockhoff

Easy Peeler

Easy Peeler

Wann hast du das letzte Mal beim Mandarinen-Schälen geflucht? Schalen, die immer am Fruchtfleisch kleben bleiben oder es unbarmherzig herausreißen. Und schon bist du genervt und hast keinen Bock mehr auf die Frucht. – Brockhoff besingt in ihrem Debütalbum »Easy Peeler« die gefügige Schwester der schwer und anstrengend zu schälenden Zitrusfrucht. Die, deren Schale locker-fluffig wie von selbst abgleitet und uns willig das saftige Fruchtfleisch offenlegt. Gleich im Opener und Titeltrack offenbart Brockhoff mit rauchiger, aber emotionaler Stimme die Schattenseiten dieser Willfährigkeit und Angepasstheit. Die Hamburgerin singt von Verletzlichkeit und Enttäuschung, aber auch von Selbstaufgabe: »You don’t know what it means to crawl out of your Skin«. Symphonische Streicher und schwere Gitarrenriffs unterstreichen die emotionale Dringlichkeit. Und trotzdem schwingt immer etwas Leichtes mit in den Melodien und den Pop-Arrangements. Es ergibt Sinn, dass der Song so zentral ist, denn er verspricht, was die anderen 13 Songs auf dem Album halten, und gibt damit das Thema vor: Traumwandlerisch fängt Brockhoff melancholische, nachdenkliche, manchmal auch beklemmende Momente ein und kleidet sie musikalisch in ein Indie-Gewand. Ein alter Mann, der Tauben füttert, ist dann nicht unbedingt ein romantisches, beschauliches Bild, sondern wird zu einer Szene aus Hitchcocks »Vögel«. Gleichzeitig kann aus Melancholie Produktivität erwachsen. Das sind die Widersprüche, mit denen Lina Brockhoff sich persönlich und als Künstlerin auseinandersetzt. Und die schließlich zu Songs werden, die sich schmerzlich-schön und bitter-süß in Herz und Ohr einnisten. Kerstin Petermann

Cavs

Cavs

Sojourn

Sojourn

Mit »Sojourn« liefert King-Gizzard-and-The-Lizard-Wizard-Drummer Michael Cavanagh aka Cavs den Nachfolger zu seinem schnörkellos einfach »CAVS« betitelten Erstling von 2021. Lag dort das Hauptaugenmerk noch auf Schlagzeug und Percussion, weht auf der neuen LP ein anderer Wind. Heiß, feucht, klebrig-süß kommt er daher: Die Platte klingt so warm und dicht, wie es das tropische Dschungel-Stillleben auf dem Cover verspricht, auf dem das Schlagzeug als organischer Teil der umliegenden Vegetation inszeniert wird. Schlagzeug und Percussion spielen weiterhin eine zentrale Rolle, werden jetzt aber von Klavier, Gitarre, Querflöte, Saxofon, Synths und sogar einer Harfe umspielt. Das erinnert stellenweise an Jazz-Größen der Siebziger wie Hubert Laws, Billy Cobham oder Herbie Hancock, zieht seine eigene Ästhetik aber konsequent durch. Bass und Percussion bilden ein sattes Grundgerüst, das im Mix klar im Zentrum steht. Die Bläser und Saiteninstrumente positionieren sich dreidimensional um diesen Groove-Ankerpunkt herum. Die Kompositionen fallen zwar weniger experimentell und fordernd aus als bei den genannten musikalischen Vorbildern, bieten aber genug Tiefe, um mehrmaliges Hören zu belohnen – dadurch funktioniert die Platte sowohl als Easy-Listening-Begleitung im Hintergrund als auch als Objekt für fokussiertes Zuhören. Eine nennenswerte erzählerische Dramatik ist im Verlauf des Albums nicht zu erkennen, dafür begeistert es mit seiner Kurzweiligkeit und seinem fantastischen Sound. Das ist spritziger Obstsalat und süßer Nektar für die Ohren, der Lust auf den Sommer macht. Jakob Semmer