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Rezensionen

Good Luck, Have Fun, Don't Die

Good Luck, Have Fun, Don't Die

USA/D 2025, R: Gore Verbinski, D: Sam Rockwell, Juno Temple, Haley Lu Richardson, 134 min

Neun Jahre ist es her, dass Gore Verbinski (»Fluch der Karibik«) zuletzt auf dem Regiestuhl saß. In der ersten Dekade der 2000er war jeder seiner Filme ein Ereignis. Zuletzt inszenierte er den Gothic-Horror »A Cure for Wellness« komplett in Deutschland. Dann wurde es ruhig um den Regisseur. Für »Good Luck, have Fun, don’t die«, erneut produziert vom Constantin-Filmverleih, griff er nun auf ein Drehbuch von Matthew Robinson (»Love and Monsters«) zurück. Dabei ließen sich die Filmemacher offensichtlich vom Erfolg von »Everything everywhere all at once« beflügeln. Der Typ, der um Punkt zehn nach zehn den Diner betritt (Sam Rockwell), sieht aber eher aus wie ein obdachloser, zauselbärtiger James Cole aus »Twelve Monkeys«. Voll verkabelt unter dem Plastikmantel, mischt er die Gäste auf und macht ihnen nachdrücklich klar, dass er aus der Zukunft kommt und die Menschheit vor dem Untergang retten will. Eine übermächtige KI wird die Herrschaft übernehmen und es ist an ihm und einer Gruppe Freiwilliger, dies zu verhindern. Kurze Rückblenden erzählen, welche aberwitzigen Ereignisse die Auserwählten an diesem Abend an den Ort der Handlung geführt haben. Dabei verliert der Film etwas den irren Schwung, den Rockwells Eröffnungsmonolog vorlegt. Die ausdrückliche Kritik daran, wie die Technik unser Leben übernimmt, sorgt aber immer wieder für einfallsreiche Wendungen. Langweilig wird es also auf keinen Fall, auch wenn das Ende reichlich effektüberladen ist. LARS TUNÇAY

Gelbe Briefe

Gelbe Briefe

D/F/TR 2026, R: Ilker Çatak, D: Yusuf Akgün, Emre Bakar, Tansu Biçer, 128 min

Vor der Universität in Ankara tobt der Protest der Studentinnen und Studenten gegen den Krieg und die Regierung. Drinnen hat es Aziz aufgegeben, den wenigen, die erschienen sind, etwas über Dramaturgie beizubringen. Die Staatsführung bringt ihre eigene Inszenierung auf die Bühne. Aziz ermutigt die Anwesenden, auf die Straße zu gehen. Das wird ihm zum Verhängnis, als ihm und einigen Kollegen ein »Gelber Brief« zugestellt wird. Ihre Kurse werden ebenso abgesetzt wie das Stück, das der Theaterregisseur mit seiner gefeierten Hauptdarstellerin und Partnerin Derya an der Staatsbühne inszeniert. Es folgt ein Prozess, der sich immer länger hinzieht. Gemeinsam mit seiner Teenagertochter Ezgi zieht das Paar nach Istanbul. Während Aziz an einem Stück für ein Off-Theater arbeitet, versuchen Derya und Ezgi ihren eigenen Weg zu finden, mit der Situation umzugehen. Regisseur İlker Çatak verlagert die Geschichte nach Deutschland, wo er den Film gedreht hat: »Berlin als Ankara« und »Hamburg als Istanbul« ist im Film zu lesen. Dieser künstlerische Spagat gibt der Handlung auch inhaltlich eine weitere Ebene. Wenn Aziz in Ankara/Berlin vor Gericht steht, sind die deutschen Schriftzüge um Recht und Gerechtigkeit an der Wand deutlich im Bild zu sehen und geben zu denken, wie es eigentlich im Rest Europas darum bestellt ist. Vor der Kulisse verdichtet sich der Druck und entlädt sich in einem intensiven Ehedrama. Meisterhaft verbindet Çatak das Politische mit dem Privaten. Dafür gab es bei der Berlinale viel verdienten Applaus. LARS TUNÇAY

Father Mother Sister Brother

Father Mother Sister Brother

USA/F/I/D/IRL 2025, R: Jim Jarmusch, D: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, 111 min

Jim Jarmusch hat im Kino längst seine eigene Nische. Die Hauptzutaten seiner Filme: entspanntes Tempo, lässige Protagonisten, wortkarge Dialoge und ein unaufdringlicher, gleichzeitig formbewusster Regiestil. Dazu Einflüsse, die von amerikanischem Hip-Hop bis zu europäischem Autoren-Kino reichen. Sein neuestes Werk, in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, widmet sich dem Thema Familie. Genauer: den Beziehungen zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern. Erzählt wird episodisch, in New Jersey, Dublin und Paris. In den Hauptrollen bekannte Jarmusch-Gesichter wie Cate Blanchett und Adam Driver neben neuen wie Vicky Krieps, die sich mühelos in ihre Rolle einer flatterhaften Influencer-Tochter fügt. Kunstvoll verwebt der Film seine Geschichten – auch so ein Jarmusch-Kennzeichen, der hier lustvoll aus seinem eigenen Kanon zitiert: die Begegnungen in »Coffee and Cigarettes«, lange Autofahrten, der Kleinkriminelle Tom Waits aus »Down by Law«, diesmal ein unehrlicher Vater. Melancholisch geht es zu zwischen den Familienmitgliedern. An den Esstischen wechselt sich Schweigen ab mit hilflosen Bemerkungen. Lustig wird es in den Missverständnissen. Manchmal auch philosophisch. Darunter läuft leise der von Jarmusch eingespielte Soundtrack. Nach dem eher durchwachsenen »The Dead don’t die« kehrt er mit »Father Mother Sister Brother« zu alter Form zurück. Ein zärtliches Spätwerk. Josef Braun

Nouvelle Vague

Nouvelle Vague

F 2025, R: Richard Linklater, D: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, 106 min

Im Spätsommer 1959 dreht der bis dahin als Filmkritiker tätige Jean-Luc Godard einen Krimi, der Filmgeschichte schreiben und diese nachhaltig beeinflussen wird. »Außer Atem« avanciert zum Aushängeschild der »Nouvelle Vague« getauften, innovativen Art und Weise, Filme zu erschaffen und zu erzählen – mit Handkameraeinsatz, improvisierten Dialogen und fragmentierter Handlung. US-Regisseur Richard Linklater, dessen Werke wie die »Before …«-Trilogie oder »Boyhood« maßgeblich hiervon beeinflusst sind, setzt nun nicht nur »Außer Atem« und allen daran Beteiligten, sondern gleich der gesamten cineastischen Umbruchsära um 1960 herum ein Denkmal, wenn er die Dreharbeiten zu jenem Meilenstein nachstellt und einfängt, natürlich in Schwarz-Weiß und im Format 1,37:1 wie einst. Dabei geben sich im Minutentakt Godards Kollegen wie François Truffaut, Claude Chabrol und Éric Rohmer ein Stelldichein, während der despotische, aber nie bösartige, geniale Regisseur die aufstrebende US-Schauspielerin Jean Seberg an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treibt und ihr Co-Star, ein gewisser Jean-Paul Belmondo, lächelnd und lässig durchzieht. Und das Schönste daran ist: Linklaters Film kommt authentisch und voller Namedropping, Anekdoten und ikonischer Bilder daher, bereitet aber erstaunlicherweise auch dann viel Vergnügen, wenn man nahezu nichts über die Nouvelle Vague und ihr Drumherum weiß. Peter Hoch

The Chronology of Water

The Chronology of Water

USA/F/LET 2025, R: Kristen Stewart, D: Imogen Poots, Thora Birch, Jim Belushi, 128 min

Die Kindheit von Lidia und ihrer älteren Schwester Claudia ist überschattet von einem dominanten, übergriffigen Vater und einer drogensüchtigen Mutter. Im Schwimmen glaubt Lidia Heilung zu finden, doch die Chancen auf eine Olympiateilnahme verpuffen, als sie selbst alkohol- und drogenabhängig wird. Nebenbei bringt sie autobiografische Erlebnisse und Gedanken zu Papier und erhält durch eine Freundin die Möglichkeit, an einem Workshop mit dem gefeierten Schriftsteller Ken Kesey teilzunehmen. Der ermutigt sie, sich ihren Dämonen zu stellen und ihre Verletzungen im Schreiben zu kanalisieren. »The Chonology of Water« basiert auf dem erstmals 2011 erschienenen autobiografischen Buch von Lidia Yuknavitch. Die musste nicht nur den sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit verarbeiten, sondern auch die Totgeburt ihres ersten Kindes und die Abgründe ihrer Drogensucht. Das alles hat Schauspielerin Kristen Stewart (»Love Lies Bleeding«) in ihrem Langfilmdebüt als Regisseurin exzellent auf die Leinwand gebracht. In einem fragmentarischen Stil, der Momentaufnahmen eher emotional und symbolisch miteinander in Verbindung bringt, als einer klaren narrativen Linie zu folgen. Auf diese herausfordernde Herangehensweise muss man sich einlassen können, wird dann aber mit einer beeindruckenden Lebensgeschichte belohnt, die auch dank Imogen Poots’ intensiver Schauspielleistung sehenswert ist. Frank Brenner

Marty Supreme

Marty Supreme

USA 2025, R: Josh Safdie, D: Timothée Chalamet, Larry »Ratso« Sloman, Mariann Tepedino, 149 min

Fußball, Tennis, sogar Golf – über fast jeden beliebten (Breiten-)Sport gibt es einen Film. Tischtennis war bisher aber noch terra incognita. Das ändert sich nun mit »Marty Supreme«. Doch obwohl der Kampf um die Platte überaus dynamisch dargestellt wird, ist das Drama kein reiner Sportfilm, sondern zuvorderst das Porträt eines vielschichtigen Charakters mit Seitenhieben auf die gesellschaftlichen Machtstrukturen. Die fünfziger Jahre in New York: Marty Mauser ist Schuhverkäufer, eigentlich aber Tischtennis-Profi – schade nur, dass »Ping-Pong« noch eher belächelt wird und wenig Cash und Ehre bringt. Also muss der Dampfplauderer sich über viele Hürden quatschen, manipuliert meist charmant sein gesamtes Umfeld und verdreht nebenbei noch einem gealterten Filmstar den Kopf bzw. Hals. Das Ziel: Weltruhm als Sportler, Geschäftsmann – und Entertainer. Doch immer wieder trifft Mauser auf Hierarchien, meist ältere weiße Männer, die seinen wilden Ritt stoppen wollen. Timothée Chalamet spielt den sowohl geschliffen als auch böswillig argumentierenden Glücksritter mit trumpeskem Selbstvertrauen voller überquellender Energie. Kein Wunder, dass vor allem die Dialoge hin- und herpeitschen wie Topspin-Ballwechsel. Auch die Sport-Szenen versprühen diese oft noch unbekannte Dynamik des unterschätzten Tischtennis. Chalamet soll rund sechs Jahre dafür trainiert haben. Insgesamt eine furiose Demaskierung eines zwiespältigen Traumjägers, garniert mit treibender Musik, einigen skurrilen Szenen – und Werbung für eine fantastische Sportart. Markus Gärtner

La Grazia

La Grazia

I 2026, R: Paolo Sorrentino, D: Toni Servillo, Anna Ferzetti, Orlando Cinque, 133 min

Die Charaktere aus den Filmen von Paolo Sorrentino (»La Grande Bellezza – Die große Schönheit«) hadern mit ihrer irdischen Existenz in einer verführerischen Welt des Scheins. Ob als Andreotti (»Il Divo«) oder Berlusconi (»Loro«): Die schillernden Figuren der italienischen Politik, die Sorrentino immer wieder ins Zentrum seiner Filme stellt, werden stets genial verkörpert von Toni Servillo. Auch in ihrer erneuten Zusammenarbeit spielt Servillo einen Politiker: Den fiktiven, alternden Präsidenten der Republik. Der alte »Betonkopf« steht kurz vor der Pensionierung. Während er ein letztes Mal versucht, seinen Ruf für die Nachwelt zu definieren, ist seine Tochter und Beraterin engagiert, seine Unterschrift unter das Euthanasiegesetz zu bekommen. Der Präsident hadert mit sich selbst, seiner verstorbenen Frau und den Entscheidungen. Ist Ugo Romani wirklich der Richtige für seine Nachfolge? Und wer hat seine Worte der Begnadigung wirklich verdient? Wie immer hüllt das Daria D’Antonio hinter der Kamera in berauschende Bilder, von denen jedes einzelne gerahmt an die Wand gehört. Die Drehorte sind exquisit, der Aufwand beträchtlich. Auch wenn Sorrentino hier also dieselben Motive des hadernden Abgangs bedient, hat auch »La Grazia« eine gewisse Grazie. Ein manchmal etwas prätentiöser Sinnesschmaus mit hintergründigem Humor. Lars Tunçay

A Poet

A Poet

KOL/D/SWE 2025, R: Simón Mesa Soto, D: Ubeimar Rios, Rebeca Andrade, Guillermo Cardona, 123 min

Oscar Restrepo ist eine tragische Gestalt. Als Dichter ist er ebenso erfolglos wie in seiner übrigen Existenz. Seiner Tochter Daniela, die bei seiner Ex-Frau lebt, ist er peinlich. Seine Dichterkollegen belächeln ihn. Das Geld ist knapp, sein Wohnsitz bei seiner Mutter auch keine Lösung. Oscar nimmt notgedrungen einen Job als Lehrer an, um seiner Tochter die Uni zu finanzieren. Dort trifft er auf die 15-jährige Yurlady, die ihre Gedanken in Versen und Zeichnungen festhält. Oscar ist fasziniert und meldet das Mädchen bei einem Dichterwettbewerb an, um ihr eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Doch Yurlady lebt in einer Familie, die wenig von Oscars Ambitionen hält. Und überhaupt ist Yurlady überhaupt nicht scharf auf Ruhm. Hier entwickelt sich kein »Good Will Hunting«, keine Geschichte davon, wie beide durch diese Begegnung auf den Pfad der Läuterung gelangen. Autor und Regisseur Simón Mesa Soto unterläuft diese Erwartungen und erzählt stattdessen eine aufrichtige, lebensnahe Geschichte von unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen und Lebensentwürfen. Oscar ist im Grunde seines Herzens ein guter Mensch, der sich jedoch durch seine Sturheit immer tiefer in die Misere reitet. Ubeimar Rios spielt ihn körperlich brillant zwischen Selbstmitleid und Selbstüberschätzung. Wie er sich windet, um sein Leben auch nur einen Zentimeter vorwärts zu bewegen, ist eine tragikomische Freude. Mit seinem rauen, kantigen Charme gewinnt der kolumbianische Film nicht nur die Herzen der Jury in Cannes. Lars Tunçay

Ein Kuchen für den Präsidenten

Ein Kuchen für den Präsidenten

IRQ/QAT/USA 2025, R: Hasan Hadi, D: Baneen Ahmad Nayyef, Waheed Thabet Khreibat, Sajad Mohamad Qasem, 105 min

Während der Irak vom Krieg erschüttert wird, lässt Saddam Hussein seinen Geburtstag landesweit feiern. Auch die 9-jährige Lamia erlebt den staatlich verordneten Jubel hautnah: In ihrer Schule wird sie ausgelost, zu Ehren des Präsidenten einen Kuchen zu backen. Ihr bester Freund Saeed soll frisches Obst besorgen. Was harmlos klingt, wird für die beiden Kinder zu einer kaum zu bewältigenden Aufgabe. Denn Lebensmittel werden immer teurer, wenn sie überhaupt noch verfügbar sind. Doch wer seinem Auftrag nicht nachkommt, riskiert harte Strafen – nicht nur für sich selbst, sondern für die ganze Familie. Und so begeben sich die beiden in die Stadt, auf der Suche nach Mehl, Zucker, Eiern und Backpulver. Ohne explizit auf die politischen Verhältnisse einzugehen, schildert »Ein Kuchen für den Präsidenten« die Situation im Irak zu Beginn der neunziger Jahre aus der Perspektive der Kinder. Lebensmittelknappheit, verwundete Soldaten, überlastete Polizeistationen und Krankenhäuser ohne Medikamente – das alles findet am Rande statt, gibt dem Film aber die perfekte Balance aus kindlichem Abenteuer und großer Ernsthaftigkeit. Seine Premiere feierte Hasan Hadis Film in Cannes und wurde in seiner Sektion mit dem Publikumspreis und der Caméra d’Or ausgezeichnet. Selten genug ist ein irakischer Film in den deutschen Kinos zu sehen. Schön, dass es gerade dieser auf die große Leinwand geschafft hat. Hanne Biermann

Dust Bunny

Dust Bunny

USA 2026, R: Bryan Fuller, D: Mads Mikkelsen, Sophie Sloan, Sigourney Weaver, 106 min

Die Welt in Bryan Fullers Spielfilmdebüt funktioniert nach ihren eigenen Regeln, ganz so, wie man es von einem der kreativsten Serienschöpfer (»Pushing Daisies«, »American Gods«) der letzten Jahre erwartet. Mit »Dust Bunny« erzählt er ein Schauermärchen für die ganze Familie – also zumindest scheint es zunächst so. Das Haus, in dem die 8-jährige Aurora mit ihren Eltern lebt, wirkt in seinen kräftigen Farben und verspielten Ornamenten wie einem Jeunet/Caro-Streifen entlehnt. Der Einstieg ist märchenhaft, so tut man die Angst des kleinen Mädchens vor dem Monster unterm Bett zunächst als kindliche Fantasie ab. Doch die Hasengestalt, die sich aus den Staubflusen zusammenfindet, ist real – und hat spitze Zähne. Das müssen auch die Eltern erfahren, und so ist das Mädchen bald auf sich allein gestellt. Nur gut, dass Aurora des Nachts ihren schweigsamen Nachbarn beobachtet, wie er in einer dunklen Gasse gegen Drachen und fiese Schergen kämpft. Also heuert sie ihn kurzerhand an, um das Monster zu erlegen. So wird es alsbald actionreich, ganz schön blutig und »Dust Bunny« damit zum höchst unterhaltsamen Albtraum. Sophie Sloan und Mads Mikkelsen geben ein gutes Team ab, das nicht von ungefähr an »Léon – Der Profi« erinnert. Ein Schuss »Matrix« steckt aber auch in der DNA von Fullers Debüt. Auf jeden Fall ist die Mischung frisch, immer überraschend und kreativ – und funktioniert auch dank des Ensembles erstaunlich gut. LARS TUNÇAY

Sie glauben an Engel, Herr Drowak?

Sie glauben an Engel, Herr Drowak?

D/CH 2025, R: Nicolas Steiner, D: Luna Wedler, Calvin Burke, Jan Bülow, 127 min

In nicht allzu ferner Zukunft haben die Uniformträger des »Amtes für Ruhe und Ordnung« die Kontrolle über Bürgerinnen und Bürger erlangt. Wer sich intolerant oder aufmüpfig verhält, wird zu Kreativarbeit verdonnert. Der eigenbrötlerische Messie Hugo Drowak hat Beamte mit Urinbomben beworfen und muss nun einen Strafkurs in Kreativem Schreiben ableisten. Die junge und ambitionierte Lena Jakobi leitet den Kurs, und da Drowak der einzige Teilnehmer ist, gibt sie ihm die Stunden in seiner zugemüllten Wohnung. Bei den gemeinsamen Treffen gelingt es Jakobi, dass sich Drowak schließlich öffnet und aus seiner wesentlich bunteren Vergangenheit berichtet. Diese Szenen sind in Farbe gedreht, wohingegen die Gegenwart im Film in kontrastreichem Schwarz-Weiß eingefangen ist. Nicolas Steiner hat in seinem Spielfilmdebüt ein hervorragend durchkomponiertes Kinoerlebnis geschaffen, das dank Markus Nestroys preiswürdiger Kameraarbeit faszinierende Bilder von einer futuristisch angehauchten Welt entwirft, die unserer heutigen gar nicht so unähnlich ist. Denn hinter der überzogenen Geschichte, die voller surrealer Ideen und liebenswert-verspielter Absurditäten steckt, verbirgt sich auch eine beißende Gesellschaftskritik. Die aus international erfolgreichen Kinostars bestehende Riege der Darstellerinnen und Darsteller ist exzellent, insbesondere zwischen Karl Markovics und Luna Wedler stimmt die Chemie. Frank Brenner

Little Trouble Girls

Little Trouble Girls

SLO/I/KRO 2025, R: Urška Djukić, D: Jara Sofija Ostan, Mina Švajger, Saša Tabaković, 89 min

Nahaufnahmen von Augen, Mündern, Ohren oder Fingern, die an Haarsträhnen spielen. Dazu der glockenhelle Gesang der Mädchen. Lucías Blick gleitet durch den Raum. Die 16-Jährige ist eine Träumerin. Minutenlang fixiert sie den Olivenbaum im Hof des Konvents, während die anderen Mädchen hinter ihr tuscheln. Sie ist mit ihren Mitschülerinnen auf einer Chorfahrt, angeführt von ihrem autoritären Musiklehrer. In der Abgeschiedenheit unter den Nonnen sollen sie die Kantaten einstudieren, doch vor allem die vorlaute Ana-Marija hat andere Dinge im Kopf und stiftet Lucía dazu an, die schwitzenden, kräftigen Hilfsarbeiter auszuspionieren. Fasziniert von Lucías Unschuld verführt sie ihre Mitschülerin dazu, die strengen Regeln zu brechen, und zu ihrem ersten Kuss. Die chaotische Gefühlswelt heranwachsender Mädchen und ihr sexuelles Erwachen fasst die slowenische Regisseurin Urška Djukić in einen sinnlichen, rauschhaften Film. Die Kamera von Lev Predan Kowarski fängt die Wahrnehmung Lucías in intensiven Bildern ein. Dazu der betörende Gesang, der von den alten Mauern widerhallt – »Little Trouble Girls«, der seine Premiere im Encounters-Wettbewerb der Berlinale feierte und dort den Preis der internationalen Filmkritik gewann, ist ein förmlich fühlbarer Film. Die Leistungen der jungen Hauptdarstellerinnen, die hier zum ersten Mal vor der Kamera standen, ist bemerkenswert. Auf die Monotonie und Langsamkeit dieser Sommertage muss man sich allerdings einstellen. Lars Tunçay

No other Choice

No other Choice

KOR 2025, R: Park Chan-Wook, D: Lee Byung-Hun, Ye-jin Son, Woo Seung Kim, 139 min

Im Jahr 2009 gab Park Chan-wook (»Old Boy«) bekannt, er wolle den Roman »Die Axt« von Donald E. Westlake adaptieren. Nach eigener Aussage wusste er damals nichts von der Adaption, die Costa-Gavras 2005 in Frankreich realisiert hatte. Es sollte 16 Jahre dauern, bis Chan-wooks Plan tatsächlich Realität werden würde und »No other Choice« nun als Verwandter von Bong Joon-hos koreanischem Überhit »Parasite« erscheint. Der Film ist eine bitterböse Gesellschaftssatire über Status und den Wert des Materiellen. Man-su hat alles, was er sich erträumt hat. Das macht die Eröffnungssequenz mit dem unwirklichen Himmel über dem Designerhaus überdeutlich, in dessen Garten der Familienvater, seine bildhübsche Frau, seine beiden Kinder und die beiden Hunde gruppenkuscheln. All das wird aber bedroht, als Man-su seinen Job verliert. 25 Jahre hat er in der Papierindustrie gearbeitet. Nun werden er und seine Kollegen wegrationalisiert. Der finanzielle Druck wächst und die Bewerbung in anderen Unternehmen scheint aussichtslos. Also beschließt Man-su kurzerhand, die Konkurrenz auszuschalten. So breit die Umrisse erscheinen, in denen Park die Geschichte rahmt, so unberechenbar ist ihr Verlauf. Jede Szene ist eine Wundertüte an Ideenreichtum, sowohl erzählerisch als auch inszenatorisch ein irrer Ritt. LARS TUNÇAY

Souleymanes Geschichte

Souleymanes Geschichte

F 2025, R: Boris Lojkine, D: Abou Sangaré, Alpha Oumar Sow, Nina Meurisse, 93 min

Es gibt diese Filme, die ganz ihren Protagonistinnen und Protagonisten gehören. In Vittorio De Sicas »Fahrraddiebe« waren es der Vater und sein Sohn. In »Zwei Tage, eine Nacht« der Dardenne-Brüder Marion Cotillard als verzweifelte Mutter am Rand zur Arbeitslosigkeit. »Souleymanes Geschichte« passt in vielerlei Hinsicht in diese illustre Gesellschaft. Hauptdarsteller ist der Laienschauspieler Abou Sangaré. In der ersten Einstellung wartet er, notdürftig zurechtgemacht, auf seine Asyl-Anhörung. Dann spult der Film zurück und zeigt uns die Tage, die zu diesem Moment geführt haben. Als Lieferfahrer hetzt Souleymane durch Paris und man kann gar nicht anders, als darin auch eine Metapher für seine Situation zu sehen. Prekär, vulnerabel, mit wenig Spielraum für die eigenen Bedürfnisse. Der Keks wird auf dem Rad verschlungen, die Trennung von der Freundin in Guinea muss in einem dunklen Treppenhaus bewältigt werden. Und wenn Souleymane sich nachts hinlegt, dann in das Doppelstockbett einer Obdachlosenunterkunft. Das alles, während über ihm das Damoklesschwert der Anhörung schwebt. Tristan Galands Kamera bleibt stets ganz dicht bei diesem Mann. Der Ton fängt den permanenten Lärm um ihn kongenial ein. Doch am Ende ist es die schauspielerische Performance, die im Gedächtnis bleibt. Sangare, der für den Film seine eigene Fluchtbiografie zur Verfügung stellte, gewann dafür 2024 unter anderem einen Preis in Cannes. Völlig verdient Josef Braun

White Snail

White Snail

AT/D 2025, R: Elsa Kremser, Levin Peter, D: Marya Imbro, Mikhail Senkov, 115 min

Masha hat gerade einen Suizidversuch hinter sich. An einer Modelschule in Belarus ist die unnahbar Wirkende der Liebling der Chefin, wird deswegen von der Konkurrenz getriezt. Masha findet Misha, einen tätowierten, introvertierten Leichen-Präparator, der auch explizit morbide Bilder über seine Arbeit malt und bei seiner Mutter wohnt. Aus ihrer jeweiligen Einsamkeit tasten die beiden sich zu einem Gemeinsamen. Dieses vorsichtige, aber dennoch aufgeladene Annähern wird umworben von facettenreicher Licht- und Musikdramaturgie. Die Authentizität ist quasi fühlbar, denn die (Laien)-Darsteller spielen mehr oder weniger sich selbst. Dates laufen bei der sich anbahnenden Romanze aber teils so ab: Detailgetreu und eindringlich erklärt Misha, wie er bei einer Toten die Kopfhaut präparieren würde – und Masha lauscht gebannt. Das Liebesspiel der Protagonisten wird am Ende nicht ganz so variantenreich – wie jenes der Schnecken – Letzteres wird im Film symbolisch-effektvoll eingesetzt. Der schneckenhaft behutsam gleitende Bilderreigen streckt seine Fühler thematisch unter anderem in Richtung Vergänglichkeit und Ästhetik, aber auch Spiritualität – etwa erfahrbar durch die Eso-Exorzistin, die der weiter suizidalen Masha den Dämon aus dem Unterbauch treiben soll. »White Snail« vermeidet jeglichen Kitsch und Ballast, bleibt aber leider auch etwas spannungsarm und verschenkt am Ende Potenzial. Markus Gärtner

Stille Beobachter

Stille Beobachter

BG/D 2024, Dok, R: Eliza Petkova, 96 min

Bebende Schnauzen, leicht zuckende Ohren. Meist zeigt Regisseurin Eliza Petkova ihre sechs Protagonisten – Pferd, Hund, Ziege, Katze, Schaf und Esel – in aufmerksamer Haltung. Geduldige Kameraeinstellungen, oft in Nahaufnahme, lassen die Zeit vergessen: wenn erste Schneeflocken in das weiß-schwarz gefleckte Fell der Katze Marga einsinken oder die Pferdemähne von Tonka im Herbstwind weht. Die oft bedrohliche Soundkulisse aus Trommeln und dissonanten Tönen scheint erst dann passend, wenn die Menschen auftreten. Zwar leben die Einwohnerinnen und Einwohner des bulgarischen Bergdorfs Pirin in enger Beziehung zu den Tieren. Doch in ihrer Fürsorge liegt auch Gewalt. Der Esel Doncho schleppt Waren über weite Bergstrecken. Während der Hirte sanft über das Fell der Ziege Valya streicht, sagt er: »Ich möchte, dass du 30 Kilo bis Dezember wiegst.« Gleichzeitig scheint die menschliche Herrschaft fragil. Katze Marga ist eine Vampirin, seit sie über ihren toten Ehemann gesprungen ist, teilt ihre Besitzerin den Nachbarinnen mit. Die Katze verhexe jeden, der ihr begegnet. Still scheinen die Tiere den Gesprächen zu lauschen. Der Film schreitet fragmentarisch voran, es gibt keinen roten Faden zu fassen. Zunehmend lässt »Stille Beobachter« die Zuschauenden ihre eigenen Annahmen über die Handlungen der Tiere in Frage stellen. Am Ende bleibt neben der Beunruhigung die Demut, abseits von Leinwand und Bildschirm genauer auf die mit uns lebende Natur zu schauen. Yi Ling Pan

Silent Friend

Silent Friend

D/HUN/F/CHN 2025, R: Ildikó Enyedi, D: Tony Leung, Enzo Brumm, Luna Wedler, 147 min

Sie sind überall und beobachten uns. Stumme Zeugen der Zeit. Was denken Pflanzen über uns? Was fühlen sie? Die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi (»Körper und Seele«) stellt sich diese Fragen in ihrer Zeitreise durch drei Epochen. 1908 bewirbt sich Grete als erste Frau an der Universität in Marburg. Dort ist sie der Diskriminierung des Lehrpersonals schutzlos ausgeliefert und entdeckt ihre Leidenschaft für die Fotografie. 1972 lebt der junge Student Hannes am Rande der Stadt und verliebt sich in Gundula, ist aber zu schüchtern, den ersten Schritt zu machen. Im Jahr 2020, inmitten der Corona-Pandemie, sitzt schließlich der Wissenschaftler Tony auf dem menschenleeren Campus fest und studiert den Ginkgobaum im Garten der Universität. Der mächtige Baum ist der zentrale Protagonist von Enyedis philosophischem Film. Immer wieder sieht man die Ereignisse aus seiner Perspektive. Makroaufnahmen von Tautropfen, Spinnennetzen und Blättern verleihen dem Film etwas Abstraktes. Geredet wird wenig. In seiner zweieinhalbstündigen Laufzeit entwickelt der vielfach preisgekrönte Film einen Sog. Die Grenzen der Zeit verwischen, werden von einer Linie zu einer Ebene, die assoziativ alles vereint, ganz ähnlich wie Mascha Schilinski »In die Sonne schauen« inszenierte. In den Hauptrollen glänzen Tony Leung und Luna Wedler, die beim Filmfestival in Venedig mit dem Darstellerinnenpreis ausgezeichnet wurde. LARS TUNÇAY

Extrawurst

Extrawurst

D 2026, R: Marcus H. Rosenmüller, D: Hape Kerkeling, Fahri Yardim, Anja Knauer, 100 min

Ein Tennisclub in der westdeutschen Provinz. Heribert führt die Geschicke seit Jahrzehnten mit fester Hand als Vorsitzender. Sein Stellvertreter Matthias hat wenig zu melden. Alles geht seinen gewohnten Gang bei der Sitzung im Vereinsheim, bis Melanie vorschlägt, für ihren Doppelpartner Erol einen zweiten Grill anzuschaffen. Schließlich ist er Moslem und darf kein Schweinefleisch essen. Da wäre ein Entgegenkommen ja nur richtig in einer aufgeklärten Gesellschaft. Der Deutschtürke winkt ab, aber Melanie versteift sich auf die Idee und regt eine Grundsatzdiskussion an, die bald aus dem Ruder läuft. Die »Stromberg«-Autoren Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob schrieben mit ihrem Bühnenstück »Extrawurst« eine Figurenaufstellung zur Lage der Nation. Bissig nach rechts und links austeilend, halten sie der deutschen Gesellschaft den Spiegel vor. In cleveren Dialogen entlarven sie die Spießigkeit des Kleinbürgers und die Überheblichkeit der »Woken«. Das ist fast schon zu deprimierend nah an der Realität für eine Komödie. Marcus H. Rosenmüller (»Wer früher stirbt, ist länger tot«) gelingt es, den Biss von der Bühne auf die Leinwand zu übertragen, dank eines großartigen Ensembles: Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Anja Knauer und Fahri Yardim als »der Erol«, über den alle in dritter Person sprechen. Im Theater kann man mitentscheiden, ob »der Erol« seinen Grill bekommt und die Vereinsmitglieder wieder zusammenfinden. Das Ende im Kino wirkt da doch recht hingebogen. Als Gesprächsangebot ist »Extrawurst« aber ein Matchwinner. LARS TUNÇAY

Ein einfacher Unfall

Ein einfacher Unfall

F/LUX/IRN 2025, R: Jafar Panahi, D: Vahid Mobasseri, Mariam Afshari, Ebrahim Azizi, 105 min

Gegen alle Widerstände dreht Jafar Panahi einfach weiter. Lange Zeit hat die iranische Regierung dem Regisseur von »Taxi Teheran« ein Arbeitsverbot auferlegt und ihn unter Hausarrest gestellt. Doch immer wieder gelingt es ihm, einen Film fertigzustellen und aus dem Land zu schmuggeln. In seinem neuesten setzt er sich vermutlich auch mit der eigenen Foltererfahrung auseinander. Zwar hat Panahi seine Gefängnisaufenthalte nie öffentlich thematisiert, aber die Beschreibungen in »Ein einfacher Unfall« gehen tief unter die Haut. Der zunächst harmlose titelgebende Vorfall treibt Rashid in die Werkstatt von Vahid. Als der Familienvater die Garage betritt, ist der Mechaniker wie gelähmt. Das Quietschen des Holzbeins, die Stimme seines Peinigers – Vahid erkennt ihn sofort als den Mann, der ihm einst im Gefängnis fürchterliche Qualen zugefügt hatte. Er beschließt kurzerhand, ihn zu entführen. Doch dann kommen ihm Zweifel: Ist Rashid wirklich der Richtige? Um das zu klären, sucht er mit dem Bewusstlosen im Wagen seine früheren Mitinsassen auf. Atmosphärisch dicht und konzentriert inszenierte Panahi sein höchst spannendes Roadmovie. Die zentrale Begegnung reißt tiefe Wunden auf und stellt die Protagonisten vor eine komplexe moralische Entscheidung. Mit einem starken Ensemble schildert »Ein einfacher Unfall« Traumata, die bis in die Gegenwart reichen. Dafür wurde der Film in diesem Jahr mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet. LARS TUNÇAY

Lesbian Space Princess

Lesbian Space Princess

AUS 2025, R: Emma Hough Hobbs, Leela Varghese, 86 min

Prinzessin Saira lebt in einer perfekten, wahrhaftigen Woke-Bubble auf dem Planeten Clitopolis. Gerade hat sie ihre große Liebe gefunden, die abenteuerlustige Kiki, die Saira mit all ihrer Liebe überschüttet und die für sie einen Ausweg aus dem tristen Alltag im Schatten ihrer Mütter repräsentiert. Doch Kiki wird es schnell langweilig mit der Prinzessin, die sich für nichts anderes als Zaubertricks zu interessieren scheint. Auf ihrer Flucht vor der allzu eintönigen Beziehung wird Kiki allerdings von den »Straight White Maliens« entführt, die sie in ihre Männerhöhle verschleppen, wo sie von Saira das letzte Bauteil für ihren »Chick-Magnet« erpressen wollen. Um ihre Ex-Freundin zu retten, muss Saira aus ihrem Safe-Space ausbrechen, ihre Selbstzweifel überwinden und zum ersten Mal in ihrem Leben mutig sein. Ein klassischer Road-Trip beginnt, der ohne Rücksicht auf Verluste auf jedem Klischee reitet und unterwegs jedes erdenkliche Wortspiel einsammelt. Es wird gesungen und sehr, sehr viel geweint. Und am Ende gibt es natürlich auch wichtige Botschaften zu lernen. »Lesbian Space Princess« ist ein völlig überladener Animationsfilm für Erwachsene, der keine Sekunde langweilig ist und selbst alten, mürrischen Boomer-Raumschiffen noch etwas beibringen kann. Bei der Berlinale 2025 wurde die Space Princess völlig verdient dafür mit dem Teddy Award als bester queerer Langfilm ausgezeichnet. Hanne Biermann