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Peter Zantingh: Nach Mattias

Peter Zantingh: Nach Mattias —

Mattias ist tot. Der junge Mann kam bei einem Attentat ums Leben. Die Facetten der Trauer, die nun das Leben der Hinterbliebenen prägen, misst der niederländische Autor Peter Zantingh in seinem ersten auf Deutsch erschienenen Roman aus. Lebensgefährtin Amber quält sich mit Erinnerungen an den letzten Streit, Mattias’ bester Freund Quentin bleibt mit den Träumen vom gemeinsam geplanten Musikcafé zurück … weiterlesen

Liv Strömquist: Ich fühl’s nicht

Liv Strömquist: Ich fühl’s nicht —

Wer dachte, über Liebe, Beziehungen und Patriarchat sei alles gesagt, irrt. In ihrem mittlerweile vierten und längsten Comicroman »Ich fühl’s nicht« knöpft sich Liv Strömquist die Liebesbeziehung in Zeiten einer konsumorientierten Gesellschaft vor. Alle wollens, keiner spürts: Warum ist das Gefühl des Sich-Verliebens scheinbar so außergewöhnlich geworden? Es ist eine Reise durch die wissenschaftlichen Erklärungsansätze von Byung-Chul Han bis Eva … weiterlesen

Tanja Maljartschuk: Blauwal der Erinnerung

Tanja Maljartschuk: Blauwal der Erinnerung —

»›Wie durch ein Gefängnis gehe ich durch meiner selbst‹, murmelte er leise.« Er – das ist der Protagonist des Romans »Blauwal der Erinnerung«, in dem Tanja Maljartschuk jene Intellektuellen aus der Versenkung der Geschichte holt, die um 1900 bis Mitte des 20. Jahrhunderts von einer eigenständigen Ukraine träumten. Diese heterogene Boheme zerwirft sich allerdings zwischen Kiew, Krakau und Wien im … weiterlesen

Mahir Guven: Zwei Brüder

Mahir Guven: Zwei Brüder —

Der große Bruder steuert sein Uber-Taxi durch Paris, seine Beobachtungen gesellschaftlicher Schieflagen – exemplarisch für ganz Frankreich und andere Industrieländer – sind klarsichtig und nüchtern. Der kleine Bruder arbeitet als Pfleger in einem Krankenhaus, sein Abschied aus dem bekannten Leben am Rande der französischen Hauptstadt beginnt mit dem Gedanken, dass der Herzpatient, der da auf dem OP-Tisch liegt, einfach zu … weiterlesen

Ted Gaier: Argumentepanzer

Ted Gaier: Argumentepanzer —

Straßenproteste in Athen, ein afrodeutsch besetztes bayerisches Theaterstück, Popmusik in Rumänien, der Kampf um die Esso-Häuser in Hamburg, Herbert Grönemeyer (»Diese verdammte arschzugekniffene Landserstimme!«). Es geht durcheinander in diesem Buch, und das nicht zu knapp. Das hat zum einen damit zu tun, dass sein Autor gegen alle möglichen Spielarten kapitalistischer Kultur ins Feld zieht, zum anderen aber auch damit, dass … weiterlesen

Dino Buzzati: Die Tatarenwüste

Dino Buzzati: Die Tatarenwüste —

Giovanni Drogo, frisch zum Leutnant ernannt, ist an eine Grenzanlage im Norden beordert worden. Hoffnungsfroh macht er sich auf den Weg, der Beginn seines wirklichen Lebens! Doch seine Erwartungen werden enttäuscht. Die Festung erweist sich als trist und abgelegen, Drogo möchte auf dem Absatz kehrtmachen. Möglich wäre es, ließe er sich nicht beschwatzen – wenigstens vier Monate muss er bleiben. … weiterlesen

Reginald Dwayne Betts: Felon

Reginald Dwayne Betts: Felon —

Das Unkenntlichmachen der eigenen Vergangenheit sei ein Dialekt, angeeignet nach Erfahrungen im Gefängnis. Zumindest behauptet dies der afroamerikanische Lyriker Reginald Dwayne Betts im ersten Gedicht seiner vierten, auf Englisch erschienenen Anthologie »Felon« [Verbrecher]. In dieser Sammlung schreibt er gegen das Verstecken seiner persönlichen Geschichte an: Mit 16 verurteilte ihn ein Gericht in Virginia zu acht Jahren Haft für einen Autodiebstahl, … weiterlesen

Christian Dürr: Die Befreiung oder Marcelos Ende

Christian Dürr: Die Befreiung oder Marcelos Ende —

Manuel Gluckstein wächst in Argentinien auf. Seine Eltern sind Shoah-Überlebende und nach Südamerika ausgewandert. Schwer lastet ihr Schweigen über die Vergangenheit auf dem Haus der Glucksteins. Früh bricht Manuel von zu Hause aus. Im Buenos Aires der siebziger Jahre beginnt er zu studieren und schließt sich einer Studentengruppierung an, die die Rückkehr des im Exil lebenden Politikers Perón fordert. Doch … weiterlesen

Otto Zoff: Die Hugenotten

Otto Zoff: Die Hugenotten —

Im Wiener Verlag E. P. Tal erschien 1937 das Buch des österreichischen Schriftstellers und Dramatikers Otto Zoff, das zu einem der meistübersetzten Werke der Emigration wurde: »Die Hugenotten – Geschichte eines Glaubenskampfes«. Der Konstanzer Südverlag, in dem das Buch bereits 1948 neu aufgelegt wurde, bringt es in diesem Jahr wieder heraus. Obwohl das Thema nicht aktuell klingt, lohnt die Auseinandersetzung … weiterlesen

Olivia Golde: Karstadt waren wir

Olivia Golde: Karstadt waren wir —

»Ich könnte einen neuen Badeanzug gebrauchen.« Was für ein hübscher kleiner Satz! Unauffällig und unverfänglich – und doch dürften sich so manche ertappt fühlen, wenn sie ihn jetzt in Olivia Goldes Buch »Karstadt waren wir« lesen. Golde hat keinen Badeanzug gekauft, sie hat ein Buch geschrieben über das ehemalige Karstadt-Kaufhaus, also auch über das Centrum-Warenhaus. Immer wieder ist die 1992 geborene … weiterlesen