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Marko Martin: Dissidentisches Denken – Reisen zu den Zeugen eines Zeitalters

Marko Martin: Dissidentisches Denken – Reisen zu den Zeugen eines Zeitalters —

Opposition: In Demokratien ist das ein harmloses Wort, das in den Parlamenten jene Parteien meint, die gerade nicht die Regierung bilden. Außerparlamentarische Oppositionen können über den Druck von der Straße oder NGOs versuchen, ihre Interessen zur Geltung zu bringen. In Diktaturen ist eine oppositionelle Haltung existenzgefährdend. Marko Martin hat Menschen getroffen, die sich durch »dissidentisches Denken« auszeichnen. Skepsis eint die Porträtierten, … weiterlesen

Patrick Bauer: Der Traum ist aus

Patrick Bauer: Der Traum ist aus —

Das Cover von »Der Traum ist aus« richtet den Blick auf eine Menschenmasse zur Demo am 4. November 1989 in Ostberlin – der ersten genehmigten nichtstaatlichen Demonstration in der DDR – und es deutet an, dass viele Geschichten diesen Tag ausmachen. Der 1983 in Westberlin geborene Journalist Patrick Bauer nähert sich in seinem Buch der Demonstration und ihren Auswirkungen, indem er offizielle Meldungen mit … weiterlesen

David Rousset: Das KZ-Universum

David Rousset: Das KZ-Universum —

Der politische Aktivist David Rousset, der durch Deutschland gereist war und für die Amerikaner aus Nazideutschland berichtet hatte, wurde 1943 inhaftiert und lieferte mit seinem ersten Buch »Das KZ-Universum« nach seiner Befreiung 1945 Einblicke in das Innere der Lager-Maschinerie. Analytisch wie literarisch ist Roussets essayistisches Werk bemerkenswert, bewahrt er sich doch das Vermögen kultureller Querverweise in die Welt außerhalb der … weiterlesen

Ginette Kolinka: Rückkehr nach Birkenau

Ginette Kolinka: Rückkehr nach Birkenau —

»Wenn ich einmal ein Kind habe und das alles wieder von vorne losgeht, ­werde ich es eigenhändig erwürgen«, schreibt Ginette Kolinka in ihren Erinnerungen an die Zeit in Auschwitz-Birkenau. Heute ist sie 94 Jahre alt – noch arbeitet sie mit Schulklassen an ­ihren Erlebnissen und kehrt wieder und wieder zurück an diesen Ort. Die Überlebenden der Schoah werden weniger, Zweitzeugen nehmen ihren Platz … weiterlesen

Nadja Tolokonnikowa: Anleitung für eine Revolution

Nadja Tolokonnikowa: Anleitung für eine Revolution —

Feministin von klein auf, mit Pussy Riot im Punkgebet mal eben Staat und Kirche bloßgestellt und von Putin höchstpersönlich per Schauprozess in den schlimmsten Gulag in Mordwinien gesteckt: Nadja Tolokonnikowa schreibt in »Anleitung für eine Revolution« mit viel Bohei und Tamtam ihre Memoiren. Dabei betreibt sie nicht nur politisch-kämpferische Abwatsche, sondern auch Introspektive, Dokumentation und pubertäre Pöbelei. Das ist alles … weiterlesen

Liao Yiwu: Herr Wang, der Mann, der vor den Panzern stand

Liao Yiwu: Herr Wang, der Mann, der vor den Panzern stand —

»Die chinesische Lösung«: Das war das Angstwort all jener DDR-Bürger auf den Herbstdemonstrationen 1989. Die chinesische Lösung stand als Chiffre für das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, wo am 4. Juni desselben Jahres monatelange Proteste für mehr Demokratie von der Regierung blutig beendet wurden. Exakte Opferzahlen sind unbekannt, Schätzungen zufolge starben bis zu 10.000 Menschen. Ikonografisch für das Ereignis ist … weiterlesen

Rehzi Malzahn (Hg.): Strafe und Gefängnis

Rehzi Malzahn (Hg.): Strafe und Gefängnis —

»Strafe ist Gewalt«, stellt die Einleitung im ersten Satz nüchtern fest. Diese Aussage steht auch im Zentrum des Sammelbands, der sich kritisch mit dem Komplex und der Logik von »Strafe und Gefängnis« auseinandersetzt. Strafe ist notwendig gewaltförmig, weil sie Hierarchien etabliert: Auf der einen Seite steht die bestrafende Gesellschaft, auf der anderen der Bestrafte. Aber muss Strafe überhaupt sein? In … weiterlesen

Rosa Luxemburg: Briefe aus dem Gefängnis

Rosa Luxemburg: Briefe aus dem Gefängnis —

Jeder kennt das Ende ihrer Geschichte: Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Regierungstruppen gefangen genommen und brutal ermordet. Es folgte mit dem Nationalsozialismus das düsterste Kapitel deutscher Geschichte. Danach nutzte die DDR-Führung Rosa Luxemburg als sozialistische Lichtgestalt, die dem jungen Staat zum Vorbild gereichen sollte. In den Briefen aus dem Gefängnis, die der Berliner Dietz-Verlag neu … weiterlesen

Knarf Rellöm: Wir müssen die Vergangenheit endlich Hitler uns lassen

Knarf Rellöm: Wir müssen die Vergangenheit endlich Hitler uns lassen —

Dieses Buch ist eine Offenbarung. Zumindest für alle, die sich für das Sammelgebiet »Hamburger Schule« interessieren. Dieser Kampfbegriff beschrieb in den neunziger Jahren die Musik- und Agitpropszene, die von der Elbe aus deutsche Pop- und Rockmusik neu definierte. Knarf Rellöm lässt in seinem Buch all das aufblitzen, was diese Szene einst zusammenhielt. Im Kern war das die Ablehnung jeglichen bürgerlichen … weiterlesen