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Luca Ventura: Mitten im August

Luca Ventura: Mitten im August —

Jede Krimiserie steht und fällt mit ihrem Personal sowie einem möglichst stimmungsvollen Ort, an dem ebendieses ermittelt. Der jeweilige Mordfall gerät da zur Nebensache – zumindest wenn der Rest stimmt. Nun also Capri. Ein Autor mit dem Pseudonym Luca Ventura schickt auf der italienischen Insel einen neuen Ermittler in die Krimiwelt: Enrico Rizzi – Anfang dreißig, getrennt lebend, einen früh verstorbenen … weiterlesen

Thomas Ziebula: Der Rote Judas

Thomas Ziebula: Der Rote Judas —

Paul Stainer, ehemaliger Major und vor dem Krieg Kriminalkommissar, kehrt nach französischer Gefangenschaft zurück nach Leipzig. Er muss feststellen, dass seine Frau inzwischen einen anderen hat und er nicht mehr willkommen ist. Die Stadt ist voller Kriegsheimkehrer: überall seelische und ­körperliche Krüppel, sie betteln, musizieren oder verkaufen Krimskrams. Der Versailler Vertrag und die geforderte Auslieferung deutscher Kriegsverbrecher an die Alliierten … weiterlesen

Oyinkan Braithwaite: Meine Schwester, die Serienmörderin

Oyinkan Braithwaite: Meine Schwester, die Serienmörderin —

Ab drei Morden gilt man als Serienmörder. Das ergibt eine schnelle Internetrecherche und offenbart Korede, dass ihre Schwester Ayoola nun eine Schwerverbrecherin ist. Beim ersten Mord war sie gerade einmal siebzehn und stark verängstigt. Inzwischen laufen die Taten routiniert ab. Wer wen vorher provoziert, lässt sich nicht immer mit Gewissheit sagen. Fest steht: Ayoola geht als Siegerin aus den Auseinandersetzungen … weiterlesen

Eva Sichelschmidt: Bis wieder einer weint

Eva Sichelschmidt: Bis wieder einer weint —

Unter dem Aufstieg und Fall einer ganzen Familie macht es Eva Sichelschmidt nicht. Dieses Mal sind gleich drei Generationen einer Familie am Fallen. Aber zunächst dürfen sie aufsteigen, im Nachkriegsdeutschland, im Fantasieort Schwelte, am Rand des Ruhrgebiets. Im Zentrum stehen die Rautenbergs. Inga, eine Arzttochter, heiratet sich in die durch Dressurreiten reich gewordene Familie ein. Ihr Mann Wilhelm, ein verkappter … weiterlesen

Verena Güntner: Power

Verena Güntner: Power —

Kerze stellt sich jedem in den Weg, der den Dorfsupermarkt betreten möchte. Das Mädchen will sehen, wer von den Kunden kleine Augen hat. Denn die verraten einen bösen Menschen. Einen Menschen, der einen Hund klaut. Kerze will Power finden, den vermissten schwarz-weiß gescheckten Hund einer betagten Dorfbewohnerin. Und wenn sich Kerze einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht … weiterlesen

Dietmar Krug: Von der Buntheit der Krähen

Dietmar Krug: Von der Buntheit der Krähen —

Karl und Thomas sind um die Fünfzig, als sie unabhängig voneinander in das Dorf heimkehren, in dem sie einst aufwuchsen. Beide waren damals Außenseiter und sie sind es heute noch: Während Karl den alten Hof der Großeltern wieder bezieht und nun seine Transsexualität offen zu zeigen wagt, treibt Musikkritiker Thomas haltlos durch sein Leben, allen ein Fremder, auch sich selbst. Die Dorfbewohner verhalten sich ihnen gegenüber misstrauisch bis feindselig. Doch … weiterlesen

Olga Tokarczuk: Unrast

Olga Tokarczuk: Unrast —

Die Menschheit ist in Bewegung in Olga Tokarczuks Roman mit dem bezeichnenden Titel »Unrast« (von 2007, auf Deutsch erstmals 2009 bei Schöffling). In zahlreichen Kapiteln unterschiedlicher Länge – vom Fünfzeiler bis zur mehrseitigen Erzählung – nimmt sich die Autorin den Raum für eine tiefgehende Betrachtung des Unterwegsseins. Das Personal dieser Meditation ist international und so zahlreich wie verschieden: Da ist zum Beispiel der Familienvater Kunicki, dessen Frau und kleiner Sohn im Sommerurlaub … weiterlesen

Edit e. V. (Hrsg.): jetzt stehen wir alle hier im plural

Edit e. V. (Hrsg.): jetzt stehen wir alle hier im plural —

Schon vor Ausbruch der Pandemie haben die Herausgeberinnen des Leipziger Literaturmagazins Edit ihr neues Heft erstellt, das sich gerade jetzt besonders dringlich liest. Da heißt es im Editorial ungewollt passend: »Eine gewisse Ohnmacht ist nicht ohne Neugier; die Apokalypse mischt sich mit einer diffusen Behaglichkeit angesichts der vielversprechend steuerbaren neuen Wirklichkeit.« Die versammelten Beiträge leuchten diese Wirklichkeit aus: Jonas M. Mölzer sinniert … weiterlesen

Ulf Torreck: Zeit der Mörder

Ulf Torreck: Zeit der Mörder —

Thriller gibts wie Giftsand am Toten Meer. Gut gebaut sind sie selten, dafür sprachlich oft schlicht und hölzern in den Dialogen. Und dennoch können sie Bestseller werden, man schaue sich den Erfolg von Dan Brown an. Das ist insgesamt nicht weiter schlimm, sie sollen halt weggelesen werden, kurz unterhalten und bei der zweiten Karaffe Wein noch verständlich sein. Der Thriller … weiterlesen

Tomas Blum: Wofür wir uns schämen

Tomas Blum: Wofür wir uns schämen —

Würde man die Handlung von »Wofür wir uns schämen« lediglich nacherzählen, hätte wohl kaum jemand Lust, das Buch zu lesen. Der Ich-Erzähler um die 40 arbeitet in einer Agentur als Projektleiter. Er lebt allein, ist geschieden, hat keine Kinder. Von seiner rothaarigen Kollegin fühlt er sich auf mysteriöse Weise angezogen. Dass er mit ihr durch ein einschneidendes Kindheitserlebnis verbunden ist, … weiterlesen