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Bernhard Schlink: Abschiedsfarben

Bernhard Schlink: Abschiedsfarben —

»Sie lernten sich auf einem Yoga-Wochenende an der Ostsee kennen«, beginnt eine der Erzählungen aus Bernhard Schlinks neuem Band »Abschiedsfarben«. Diejenigen, die sich da kennenlernen, sind ein Mann und eine junge Frau mit Kind. Gemeinsam gründen sie eine Familie. Jahrelang leben sie auf engstem Raum miteinander, bis zwischen Stiefvater und Tochter etwas Seltsames geschieht – etwas, das seine beschauliche Welt … weiterlesen

Jörn Schulz: Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe das erste Quinoabällchen

Jörn Schulz: Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe das erste Quinoabällchen —

Der Augsburger Maro-Verlag hat im Sommer 2020 eine neue Reihe namens Maro-Hefte gestartet, die politische Essays mit Illustrationen verbindet. In der ersten Ausgabe beschäftigten sich Jörn Schulz und Marcus Gruber mit Klima und Kapitalismus: »Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe das erste Quinoabällchen«. Stilistisch bewegt sich der Autor zwischen Essay, Streitschrift und Appell. Anhand verschiedenster Beispiele widerlegt er die … weiterlesen

Ágnes Heller: Orbanismus – Der Fall Ungarn

Ágnes Heller: Orbanismus – Der Fall Ungarn —

Letztes Jahr schwamm die ungarische Philosophin Ágnes Heller mit 90 Jahren in den Plattensee hinein und kam nicht wieder heraus. Hinterlassen hat Heller eine finstere Prognose und einen hoffnungsvollen Appell: In einigen ihrer letzten Essays und Interviews, die in dem kleinen Band »Orbanismus« abgedruckt sind, hält sie uns dazu an, Gebrauch von unserer Freiheit zu machen, bevor es zu spät … weiterlesen

Isidora Sekulic: Briefe aus Norwegen

Isidora Sekulic: Briefe aus Norwegen —

»Vor langer Zeit lebte ein König namens Gylfi«, beginnt die serbische Schriftstellerin Isidora Sekulic märchenhaft. Sie befindet sich auf der Überfahrt nach Norwegen, betrachtet das Meer, das »Schwerter und Messer mit sich« zu tragen scheint und denkt an die Mythen und Sagen über die Entstehung Norwegens, »das eine barbarische Phantasie von nacktem Stein und Wasser ist«. 1913, das Jahr von Sekulic’ … weiterlesen

Josef Haslinger: Mein Fall

Josef Haslinger: Mein Fall —

»Ich wende mich an Sie als Mitglied der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft. Nach langem Zögern habe ich mich nun entschlossen, über den sexuellen Missbrauch, der mir in jungen Jahren als Sängerknabe im Zisterzienserkloster Stift Zwettl widerfahren ist, auszusagen.« So beginnt die E-Mail Josef Haslingers, mit der er nach Jahrzehnten sein Schweigen bricht. Dreimal muss er seine Geschichte erzählen, bis er schließlich gebeten … weiterlesen

Tanya Tagaq: Eisfuchs

Tanya Tagaq: Eisfuchs —

Cambridge Bay heißt in der Sprache der Inuit Iqaluktuu iaq. Der Ort liegt im Südteil der Victoria-Insel an der Nordwestpassage in Nunavut im Norden Kanadas. Permafrostboden, Tundra, Mitternachtssonne im Sommer, Polarlichter und wochenlange Dunkelheit im Winter. Wie sieht eine Kindheit an so einem Ort aus? Die Heldin dieses surrealen Entwicklungsromans wächst hier Ende der siebziger Jahre in einer indigenen Gemeinschaft auf. … weiterlesen

Markus Thiele: Echo des Schweigens

Markus Thiele: Echo des Schweigens —

Was ist einem Anwalt wichtiger – das Gesetz oder die Moral? Damit muss sich Hannes Jansen auseinandersetzen, als er seinen bisher größten Fall annimmt. Es geht um den Tod des Senegalesen Okeke, der in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte. Der Gerichtsfall in »Echo des Schweigens« basiert auf dem des Sierra Leoners Oury Jalloh, der 2005 in einer solchen Zelle verbrannte und … weiterlesen

Oleg Senzow: Leben

Oleg Senzow: Leben —

Wenn ein Filmemacher im Knast sitzt, schreibt er Geschichten. So beginnt Andrej Kurkov das Geleitwort zu »Leben« und er schiebt gleich hinterher, wie misslungen dieser Anfang ist, denn tatsächlich hat Oleg Senzow mit dem Schreiben lange vor der Haft begonnen. Der Künstler, der Ökonomie und Filmregie gelernt hat, wurde 1976 auf der Krim geboren, studierte in Kiew und Moskau, kehrte auf … weiterlesen

Regina Porter: Die Reisenden

Regina Porter: Die Reisenden —

Allmählich kommen die Obama-Jahre in der Literatur an. Salman Rushdie hat über diese Zeit geschrieben und Andrew Shaffer hat Barack Obama und seinen Vize Joe Biden sogar zu Helden einer Kriminalgeschichte gemacht. Nun legt die Theaterautorin Regina Porter ein Buch vor, das während des Vietnamkriegs beginnt und mitten in die Obama-Ära hineinreicht. Am Anfang stehen die Geschichten von James Vincent … weiterlesen

Svetlana Lavochkina: Puschkins Erben

Svetlana Lavochkina: Puschkins Erben —

Es scheint den Leuten schwer zu fallen, glücklich und zufrieden zu leben. Erst recht trifft das auf die zu, die in der Sowjetunion Richtung westlicher Konsumgüter schielen, und dort wiederum können sich die in Moskau als richtig vornedran fühlen, weil üppiger gesegnet als die zum Beispiel in Zaporoschje in der Südostukraine – eine Stadt, von der ohne Sowjetunion und Industrialisierung … weiterlesen